Teilnahmebedingungen

A. TEILNAHMEBERECHTIGUNG an PLAN2021.eu

Teilnahme am PLAN2021.eu wird juristischen Personen unabhängig von der Branche, Unternehmens- oder Organisationsform gewährt, sofern die Teilnehmenden bereit sind, Verpflichtung einzugehen, sich in der Zeit zwischen 2021 und 2027 in den Bereichen Human Resources (Schulungen), Digitalisierung und Nachhaltigkeit zukunftsorientiert zu engagieren und entsprechende Maßnahmen durchzuführen.

Teilnahmeberechtigt sind grundsätzlich:

  • Unternehmen
  • Soloselbstständige und selbstständige Angehörige der Freien Berufe
  • Anstalten öffentlichen Rechts
  • Kommunen

Antragsberechtigung auf Liquiditätssicherung setzt folgende Kriterien voraus:

  • Keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten am 01. Januar 2020 [Ausnahmeregelung bei Kommunen mit defizitärem Haushalt]
  • Umsatzeinbruch von mindestens 10 % in 2020 gegenüber dem Durchschnitt der Jahresumsätze 2017, 2018, 2019

Als Unternehmen gilt jede rechtlich selbstständige Einheit (mit eigener Rechtspersönlichkeit) unabhängig von ihrer Rechtsform, die wirtschaftlich am Markt tätig ist und am Stichtag 01. Januar 2020 mindestens eine/n Beschäftigte/n hat.

Soloselbstständige und selbstständig tätige Angehörige der Freien Berufe müssen im Haupterwerb tätig sein, d. h., sie müssen in den Jahren 2017, 2018 und 2019 mindestens 51 Prozent der Summe der Einkünfte aus ihrer selbständigen bzw. freiberuflichen Tätigkeit erzielt haben. Bei Gesellschaften bürgerlichen Rechts und Unternehmen anderer Rechtsformen ohne weitere Beschäftigte (neben den Inhabern) muss zumindest ein Gesellschafter im Haupterwerb für das Unternehmen tätig sein. Gleiches gilt für Ein-Personen-Gesellschaften, insbesondere die Ein-Personen-GmbH und Ein-Personen-GmbH & Co. KG, deren einziger Beschäftigter der Anteilsinhaber als sozialversicherungsfreier Geschäftsführer ist.

Bei Personengesellschaften ist nur einer der Gesellschafter für die Gesellschaft antragsberechtigt. Soloselbständige und selbständige Angehörige der Freien Berufe können nur einen Antrag stellen, unabhängig davon, wie viele Betriebsstätten sie haben. 

Antragsberechtigt sind sowohl Amateur-, als auch Profisportvereine, soweit sie die Antragskriterien erfüllen.

Als Anstalt öffentlichen Rechts wird eine mit Sachmitteln und Personal ausgestattete juristische Person des öffentlichen Rechts bezeichnet, welche von einem Träger der öffentlichen Verwaltung gehalten wird und dauerhaft einem öffentlichen Zweck dient.

  1. Was bedeutet „Keine wirtschaftlichen Schwierigkeiten am 01. Januar 2020“?

    Wirtschaftlichen Schwierigkeiten im Sinne der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 gemäß Art. 2 Abs. 18 der Verordnung (EU) Nr. 651/2014 sind gegeben, wenn mindestens eine der fünf folgenden Voraussetzungen erfüllt ist:
    1. Im Falle einer Kapitalgesellschaft (z. B. GmbH oder AG) – ausgenommen KMU, die noch keine drei Jahre bestehen - muss mehr als die Hälfte des gezeichneten Stammkapitals infolge aufgelaufener Verluste verlorengegangen sein. Das ist der Fall, wenn nach Abzug der Verluste von den Rücklagen und allen sonstigen Elementen, die im Allgemeinen den Eigenmitteln des Unternehmens zugerechnet werden, ein negativer Betrag steht, der mehr als der Hälfte des Stammkapitals entspricht.
    2. In Gesellschaften, in denen zumindest einige Gesellschafter unbeschränkt haften (z. B. OHG oder KG) – ausgenommen KMU, die noch keine drei Jahre bestehen - muss mehr als die Hälfte der in den Büchern ausgewiesenen Mitteln durch aufgelaufene Verluste verlorengegangen sein.
    3. Das Unternehmen ist Gegenstand eines Insolvenzverfahrens oder erfüllt die im innerstaatlichen Recht vorgesehenen Voraussetzungen für die Eröffnung eines Insolvenzverfahrens auf Antrag seiner Gläubiger.
    4. Das Unternehmen hat eine Rettungsbeihilfe erhalten und hat den Kredit noch nicht zurückgezahlt oder die Garantie läuft noch oder das Unternehmen hat eine Umstrukturierungsbeihilfe erhalten und unterliegt einem Umstrukturierungsplan.
    5. Bei Unternehmen, die nicht als kleine und mittelständische Unternehmen gelten (KMU), liegt der Verschuldungsgrad über 7,5 und das Verhältnis der Gewinne vor allen Zinsen und Abschreibungen (EBITDA) liegt unter 1,0.
       
  2. Können Teilnahmeberechtigte selbst Daten eingeben?

    Ja, die Teilnahmeberechtigten können selbst die Registrierung und Dateneingabe durchführen.
     
  3. Können Teilnahmeberechtigte selbst PLAN2021 beantragen?

    Nein, die Antragstellung kann ausschließlich durch einen Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer erfolgen und ist nur durch dessen Bestätigung der Antragsberechtigung, des Umsatzrückgangs und der laufenden Fixkosten möglich.
     
  4. Können auch gemeinnützige Organisationen teilnehmen?

    Gemeinnützige Organisationen sind auch antragsberechtigt, wenn sie öffentliche Unternehmen sind.
     
  5. Können auch öffentliche Unternehmen am PLAN2021 teilnehmen?

    Öffentliche Unternehmen, deren Anteile sich ganz oder mehrheitlich in öffentlicher Hand befinden, sind grundsätzlich teilnahmeberechtigt. Dies gilt auch für Unternehmen mit öffentlich-rechtlicher Rechtsform, einschließlich Körperschaften öffentlichen Rechts.
     
  6. Können auch landwirtschaftliche Betriebe teilnehmen?

    Ja, die Teilnahmeberechtigung wird auch für landwirtschaftliche Urproduktion gewährt, wenn die Teilnahmekriterien erfüllt sind.
     
  7. Was gilt für Start-ups?

    Teilnahmeberechtigt sind nur Unternehmen, die vor dem 1. Juni 2019 gegründet wurden. Jüngere Unternehmen erfüllen die Teilnahmevoraussetzungen nicht.
    Eine Fortführung eines Unternehmens durch einen Nachfolger oder an einem anderen Ort, eine Umfirmierung, eine Umwandlung sowie der Wechsel von nebenerwerblicher zu haupterwerblicher Tätigkeit gelten nicht als Neugründung.
     
  8. Gibt es Sonderregelungen für kleine Unternehmen?

    Nein.
     
  9. Ändert sich etwas an der Beurteilung, wenn ein Unternehmen im Wege der Gesamtrechtsnachfolger übertragen wird?

    Nein.
     
  10. Wie ist bei Änderung der Struktur des Unternehmens vorzugehen?

    Ausschlaggebend ist jeweils die Struktur des Unternehmens am 1. Januar 2020.
    Die Berücksichtigung von Umsätzen und die Geltendmachung von Fixkosten von Unternehmen und Unternehmensteilen, die bei Antragsstellung bereits veräußert bzw. nicht mehr Teil des Unternehmensverbundes sind oder ihren Geschäftsbetrieb dauerhaft eingestellt haben, sind grundsätzlich nicht möglich.
    Das bedeutet: Fallen Betriebsstätten oder verbundene Unternehmen zwischen 01.01. 2019 und Dezember 2020 weg, so sind deren Umsätze und Kosten herauszurechnen; kommen verbundene Unternehmen zwischen Januar 2019 und Dezember 2020 hinzu, so können diese wahlweise mitberücksichtigt oder herausgerechnet werden (bei Kauf auf Basis der Unterlagen des Vorgängers).
     
  11. Was sind verbundene Unternehmen im Sinne von PLAN2021.eu?

    Welche Unternehmen als verbundene Unternehmen gelten, richtet sich nach der EU-Definition. Verbundene Unternehmen sind Unternehmen, die zumindest eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:


    1. ein Unternehmen hält die Mehrheit der Stimmrechte der Aktionäre oder Gesellschafter eines anderen Unternehmens;
    2. ein Unternehmen ist berechtigt, die Mehrheit der Mitglieder des Verwaltungs-, Leitungs- oder Aufsichtsgremiums eines anderen Unternehmens zu bestellen oder abzuberufen;
    3. ein Unternehmen ist gemäß einem mit einem anderen Unternehmen abgeschlossenen Vertrag oder aufgrund einer Klausel in dessen Satzung berechtigt, einen beherrschenden Einfluss auf dieses Unternehmen auszuüben;
    4. ein Unternehmen, das Aktionär oder Gesellschafter eines anderen Unternehmens ist, übt gemäß einer mit anderen Aktionären oder Gesellschaftern dieses anderen Unternehmens getroffenen Vereinbarung die alleinige Kontrolle über die Mehrheit der Stimmrechte von dessen Aktionären oder Gesellschaftern aus.  

      Grundsätzlich gilt:
      Wenn eine juristische oder natürliche Person Alleingesellschafter/in an mehreren Betriebs-GmbH ist, sind diese Gesellschaften verbundene Unternehmen.
      In diesem Fall haben die Gesellschaften anzuzeigen, Teil von einem Unternehmensverbund zu sein, sie stellen jedoch individuelle Anträge auf Liquiditätssicherung.
       
  12. Was ist bei Antragstellung für verbundene Unternehmen zu beachten?

    Bei Zugehörigkeit zu einem Unternehmensverbund muss dies bei der Datenerfassung angegeben werden, auch wenn jedes Unternehmen unter den verbundenen Unternehmen teilnahmeberechtigt ist und eigenständig Antrag für Liquiditätssicherung stellt.
     
  13. Wie werden Umsätze und Fixkosten bei grenzüberschreitenden verbundenen Unternehmen ermittelt?

    Es können nur die Umsätze, Fixkosten und Beschäftigten der EU-inländischen Unternehmen und Betriebsstätten berücksichtigt werden.
     
  14. Wie sind Zahlungen innerhalb des Unternehmensverbundes zu berücksichtigen?

    Zahlungen innerhalb eines Unternehmensverbundes sind nicht finanzierbar.


B. Anrechenbare Fixkosten

  1. Wie wird die maßgebliche Beschäftigtenzahl ermittelt?

    Als Beschäftigtenzahl soll die Zahl der Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten zum Stichtag 01. Januar 2020 zugrunde gelegt werden. Die Anzahl der Beschäftigten eines Unternehmens oder eines Freiberuflers soll ebenfalls auf der Basis von Vollzeitäquivalenten ermittelt werden (Basis: 40 Arbeitsstunden je Woche). Bei der Bestimmung der Vollzeitäquivalente sollten folgende Faktoren zu berücksichtigt werden:

    •  Beschäftige bis zu 20 Stunden - Faktor 0,50,
    •  Beschäftigte bis zu 30 Stunden - Faktor 0,75,
    •  Beschäftigte über 30 Stunden - Faktor 1,00,
    •  Beschäftigte auf Basis oder Studentenjobs - Faktor 0,30.  

    Saisonarbeitskräfte, Arbeitskräfte in Mutterschutz/Elternzeit und andere vergleichbare Beschäftigte werden berücksichtigt, wenn sie auch in den Jahren 2017, 2018 und 2019 beschäftigt waren.

    Auszubildende werden nicht als Beschäftigte berücksichtigt.

    Die Inhaberin/der Inhaber ist kein/e Beschäftigte/r.
     
  2. Ist ein Gesellschafter/in-Geschäftsführer/in einer GmbH als Inhaber/in oder als Beschäftigte/r zu behandeln?

    Der Gesellschafter/in-Geschäftsführer/in ist als Beschäftigte/r zu zählen, wenn er/sie sozialversicherungsrechtlich als angestellt eingestuft wird.
     
  3. Was für Kosten können grundsätzlich finanziert werden?

    Im PLAN2021 können fortlaufende betriebliche Fixkosten ohne Vorsteuer (ausgenommen Kleinunternehmer1) berücksichtigt werden. Es muss sich um vertraglich begründete oder behördlich festgesetzte und nicht einseitig veränderbare Kosten handeln. Kosten gelten dann als nicht einseitig veränderbar, wenn das zugrunde liegende Vertragsverhältnis nicht innerhalb des Zeitraums 01.01.2020 -30.06.2022 gekündigt oder im Leistungsumfang reduziert werden kann, ohne das Aufrechterhalten der betrieblichen Tätigkeit zu gefährden.

    Die Fixkosten sind finanzierbar, wenn die vertragliche Fälligkeit im Zeitraum 01.01.2020 -30.06.2022 liegt (inklusive vertraglich vereinbarte Anzahlungen). Maßgeblich für den Zeitpunkt der vertraglichen Fälligkeit ist ausschließlich der Zeitpunkt, zu dem die Rechnung das erste Mal gestellt wird (nicht relevant sind der Zeitpunkt weiterer Zahlungsaufforderungen, der Zeitpunkt der Zahlung oder der Zeitpunkt der Bilanzierung). Diese Fixkosten müssen vor dem 1. Januar 2020 privatrechtlich bzw. hoheitlich begründet worden sein, soweit nicht anders angegeben.

    Vertragsanpassungen nach dem 1. Januar 2020, die zu einer Erhöhung der zu finanzierenden Fixkosten bzw. zu einer Verschiebung von Fixkosten führen, werden nicht berücksichtigt. Umgekehrt gelten betriebliche Fixkosten auch dann begründet, wenn sie vor diesem Stichtag 01.01.2020 der Sache nach begründet wurden, jedoch es zu einer vertraglichen Anpassung nach dem 1. Januar 2020 kam (z. B. bei Wechsel des Telefonanbieters oder Umzug in ein günstigeres Büro). 

    Nicht finanzierbar sind gestundete Kosten, die zuvor im Rahmen anderer nicht rückzahlbarer Zuschussprogramme (z. B. Soforthilfen oder Überbrückungshilfen) bereits geltend gemacht wurden).

    Bei Kosten der notwendigen Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Vermögensgegenständen (FAQ Nr. 18e) gilt die Frist als erfüllt, wenn sich der Vermögensgegenstand zum 1. Januar 2020 im Vermögen des Antragstellers befand. Spätere Erwerbe oder Vertragsanpassungen, die zu einer Erhöhung der Fixkosten bzw. zu einer Verschiebung von Kosten führen, bleiben hierbei unbeachtlich.

    Ausnahme: Aufwendungen für Hygienemaßnahmen können auch dann berücksichtigt werden, wenn sie nicht vor dem 1. Januar 2020 begründet sind (z. B. Luftfilteranlagen).

    1Kosten dürfen in allen Fällen mit Vorsteuer angesetzt werden, in denen der Antragsteller nicht zum Vorsteuerabzug berechtigt und die Vorsteuer daher kostenwirksam ist.
     
  4. Welche Fixkosten sind das konkret?
     
    1. Mieten und Pachten,
      1. Mieten und Pachten für Gebäude, Grundstücke und Räumlichkeiten, die in unmittelbarem Zusammenhang mit der Geschäftstätigkeit des Unternehmens stehen inklusive Mietnebenkosten, welche auf einem fixen und längerfristigen Vertrag basieren
      2. Kosten für ein häusliches Arbeitszimmer, wenn sie bereits 2019 in entsprechender Form steuerlich abgesetzt worden sind/werden (volle steuerlich absetzbare Kosten, anteilig für die Fördermonate).   

      3. Nicht enthalten sind:
        1. Sonstige Kosten für Privaträume
        2. Variable Miet- und Pachtkosten
           
    2. Weitere Mietkosten,
      1. Miete von Fahrzeugen und Maschinen, die betrieblich genutzt werden, entsprechend ihres nach steuerlichen Vorschriften ermittelten Nutzungsanteils 

      2. Nicht enthalten sind:
        1. Sonstige Kosten für Privaträume
           
    3. Zinsaufwendungen für betriebliche Kredite und Darlehen,
      1. Stundungszinsen bei Tilgungsaussetzung
      2. Zahlungen für die Kapitalüberlassung an Kreditgeber der Unternehmung, mit denen ein Kreditvertrag abgeschlossen worden ist (z.B. für Bankkredite)
      3. Kontokorrentzinsen

      4. Nicht enthalten werden:
        1. Tilgungsraten
        2. Negativzinsen und Verwahrentgelte
           
    4. Finanzierungskostenanteil von Leasingraten,
      1. Aufwand für den Finanzierungskostenanteil für Finanzierungsleasingverträge
      2. (Wenn keine vertragliche Festlegung oder keine Information der Leasinggesellschaft vorliegen, kann der Finanzierungskostenanteil nicht miteingerechnet werden)
      3. Nicht erfasst werden:
        1. Raten aus Mietkaufverträgen und Leasingverträgen, bei denen der Gegenstand dem Vermieter bzw. Leasinggeber zugerechnet wird (Operating Leasing), sind als reine Mieten in der Ziffer 2 zu erfassen.
           
    5. Ausgaben für notwendige Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV,
      1. Zahlungen für Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV, sofern diese aufwandswirksam sind (= Erhaltungsaufwand), abgerechnet wurden ((Teil-) Rechnung liegt vor) und nicht erstattet werden (z. B. durch Versicherungsleistungen)).
      2. Nicht erfasst werden:
        1. Nicht aufwandswirksame Ausgaben für Instandhaltung, Wartung oder Einlagerung von Anlagevermögen und gemieteten Vermögensgegenständen, einschließlich der EDV (z. B. Erstellung neuer Wirtschaftsgüter).
        2. Ausgaben für Renovierungs- und Umbauarbeiten (Ausnahme sind Corona bedingte Hygienemaßnahmen, vgl. Ziffer 7)
           
    6. Ausgaben für Elektrizität, Wasser, Heizung inklusive Kosten für Kälte und Gas
       
    7. Reinigung und Hygienemaßnahmen
      Zur Berücksichtigung der besonderen Corona-Situation werden hier auch Hygienemaßnahmen einschließlich investiven Maßnahmen berücksichtigt, die nicht vor dem 1. März 2020 begründet sind (z. B. (z.B. die Anschaffung mobiler Luftfilteranlagen und die Nachrüstung bereits bestehender stationärer Luftfilteranlagen, Maßnahmen zur temporären Verlagerung des Geschäftsbetriebs in Außenbereiche)
       
    8. Grundsteuern,
       
    9. Betriebliche Lizenzgebühren,
      1. z. B. für IT-Programme
      2. Zahlungen für Lizenzen für die Nutzung von gewerblichen Schutzrechten, Patenten, etc.
         
    10. Versicherungen
       
    11. Abonnements
       
    12. Franchisekosten
       
    13. andere feste betriebliche Ausgaben,
      1. Kosten für Telekommunikation (Telefon und Internet, Server, Rundfunkbeitrag etc.)
      2. Gebühren für Müllentsorgung, Straßenreinigung etc.
      3. Kfz-Steuer für gewerblich genutzte PKW und andere in fixer Höhe regelmäßig anfallende Steuern
      4. Betriebliche fortlaufende Kosten für externe Dienstleister, z.B. Kosten für die Finanz- und Lohnbuchhaltung, die Erstellung des Jahresabschlusses, Reinigung, IT-Dienstleister, Hausmeisterdienste
      5. IHK-Beitrag und weitere Mitgliedsbeiträge
      6. Kontoführungsgebühren
      7. Zahlungen an die Künstlersozialkasse für beauftragte Künstler 
      8. Tierfutter für betrieblich notwendige Tiere (z.B. im Falle eines Zirkus oder Zoos)
         
    14. Kosten für prüfende Dritte, [Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer] die im Rahmen der Beantragung der Liquiditätssicherung anfallen,
      1. Kosten in Zusammenhang mit der Antragsstellung (u.a. Kosten für die Plausibilisierung der Angaben sowie Erstellung des Antrags) und Schlussabrechnung (Schätzung)
      2. Kosten für Beratungsleistungen in Zusammenhang mit Liquiditätssicherung (Schätzung)
      3. Kosten für weitere Leistungen in Zusammenhang mit Corona-Hilfen, sofern diese im Rahmen der Beantragung der Corona-Überbrückungshilfe angefallen sind (z.B. Abgrenzungsfragen bei der Beantragung von Überbrückungskrediten) (Schätzung)
         
    15. Personalaufwendungen,
      1. Personalkosten, die nicht vom Kurzarbeitergeld oder ähnlichen Programmen einzelner Staaten oder Länder erfasst sind Den Teilnahmeberechtigten müssen hierfür Personalkosten entstehen (es dürfen nicht alle Angestellten in kompletter Kurzarbeit oder ähnlichen Programmen einzelner Staaten/Länder sein)
      2. Geschäftsführungsgehälter der Gesellschafter/innen die sozialversicherungspflichtig sind (Höchstbetrag monatlich liegt bei 5.000 € brutto/Person)
      3. Geschäftsführungsgehälter der Gesellschafter/innen, die sozialversicherungsrechtlich als selbstständig eingestuft werden, die mindestens zehn Monate im Jahr 2019 eine ordnungsgemäße Rechnung gestellt haben und die ordnungsgemäß verbucht und bezahlt wurden (Höchstbetrag monatlich liegt bei 5.000 € brutto/Person)

      4. Nicht enthalten sind:
        1. Vom Kurzarbeitergeld oder ähnlichen Programmen einzelner Staaten/Länder erfasste Personalkosten
        2. Lebenshaltungskosten oder ein (fiktiver/kalkulatorischer) Unternehmerlohn
           
    16. Kosten für Auszubildende,
      1. Lohnkosten inklusive Sozialversicherungsbeiträge Unmittelbar mit der Ausbildung verbundene Kosten wie z. B.
      2. Berufsschulkosten für Personen die ein Freiwilliges Soziales Jahr, Freiwilliges Ökologisches Jahr oder Bundesfreiwilligendienst (nur Eigenanteil) leisten
      3. Kosten für Dual Studierende (Voraussetzung: Ausbildungsvertrag für gesamte Dauer mit Ausbildungsvergütung)

      4. Nicht enthalten sind:
        1. Weitere Kosten, die nur indirekt mit der Beschäftigung verbunden sind wie z. B. für Ausstattung
        2. Kosten für Praktikanten
           
  5. Wie sind betriebliche Fixkosten zeitlich zuzuordnen

    Betriebliche Fixkosten, bei denen sich die Fälligkeit aus einer Verpflichtung ergibt, die bereits vor dem 1. Januar 2020 bestand und im Zeitraum von 01.01.2020 – 30.06.2022 fällig zur Zahlung sind, dürfen vollständig angesetzt werden (auch bei Stundung). Betriebliche Fixkosten, die nicht im Zeitraum von 01.01.2020 – 30.06.2022 fällig sind, dürfen auch nicht anteilig angesetzt werden.

    Die voraussichtlichen oder bereits angefallenen Kosten des Steuerberaters, Wirtschaftsprüfers oder vereidigten Buchprüfers für die Antragstellung und Schlussabrechnung zur Liquiditätssicherung sind gleichmäßig auf alle Monate, für die Liquiditätssicherung beantragt wird, zu verteilen.
     
  6. Wie ist bei Stundungen vorzugehen?

    Zahlungen, die Corona-bedingt gestundet wurden, dürfen angesetzt werden, falls sie nicht bereits im Rahmen anderer nicht rückzahlbarer Zuschüsse erstattet wurden.
     
  7. Können Kosten für GWG berücksichtigt werden?

    Nein, da es sich hierbei regelmäßig um einmalige Investitionen und nicht um Fixkosten handelt, die keiner der förderfähigen Kostenpositionen zuzuordnen sind.
     
  8. In welcher Höhe können Kosten für die Jahresabschlusserstellung bzw. -prüfung Berücksichtigung finden?

    Kosten für die Jahresabschlusserstellung und -prüfung können in der Höhe berücksichtigt werden, in der sie im Zeitraum von 01.01.2020 – 30.06.2022 fällig waren/werden.
     
  9. Wie werden Zahlungen einer Personengesellschaft an ihre Gesellschafter (steuerlich: Sonderbetriebsausgaben) behandelt?

    Zahlungen von einer Personengesellschaft an einzelne Gesellschafter (natürliche Personen), werden nicht mitfinanziert.


C. Antragstellung für Liquiditätssicherung

  1. Wie hoch muss der Umsatzrückgang sein, damit ein Unternehmen Liquiditätssicherung beantragen kann?

    Antragsberechtigte müssen einen Umsatzeinbruch von mindestens 10 % im Jahr 2020 gegenüber dem Durchschnitt der Jahresumsätze 2017, 2018, 2019 erfahren haben.

    Beispiel zur Erfüllung der Voraussetzungen für Liquiditätssicherung:


     
  2. Welcher Umsatzbegriff ist genau gemeint?

    Die Umsatz-Definition umfasst auch: 

    • Einnahmen aus Lieferungen und Dienstleistungen

    • erhaltene Anzahlungen,

    • einmalige Umsätze (z. B. Umsätze aus Anlageverkäufen),

    • Einnahmen aus Mieten und Pachten

  3. Zählen Spenden auch als Umsätze?

    Nein.

  4. Werden Forderungsausfälle berücksichtigt?

    Wenn aufgrund von belastbaren Anhaltspunkten davon ausgegangen werden muss, dass ein gebuchter Umsatz bzw. eine Forderung nicht realisiert werden kann, wird er im Rahmen der Umsatzberechnung abgezogen. Belastbare Anhaltspunkte sind ein laufendes gerichtliches Mahnverfahren, ein Insolvenzantrag des Schuldners oder Umstände von vergleichbarer Tragweite.
  5. Wie hoch ist die höchstmögliche Liquiditätssicherung?

    Die Liquiditätssicherung wird höchstens für die Jahre 2020 (rückwirkend) und 2021, sowie die erste Hälfte 2022 (Januar bis und inklusive Juni des Jahres).

    Die Liquiditätssicherung erstattet einen Anteil in Höhe von 
    1. Bis zu 100 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch > 50 %
    2. Bis zu 75 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 25 % und ≤ 50 %
    3. Bis zu 50 % der Fixkosten bei Umsatzeinbruch ≥ 10 % und < 25 %

    im Jahr 2020 im Vergleich zum Durchschnitt der Jahresumsätze der Jahre 2017, 2018 und 2019.
     
  6. Wofür wird die Liquiditätssicherung gezahlt und wofür darf sie verwendet werden?

    Die Liquiditätssicherung darf nur zur Deckung der in „B. Anrechenbare Fixkosten“ beschriebenen und aufgelisteten Fixkosten verwendet werden.
     
  7. Wo kann der Antrag auf Liquiditätssicherung gestellt werden?

    Der Antrag kann ab dem 01.04.2021 elektronisch über das Portal https://www.plan2021.eu gestellt werden.
     
  8. Wer stellt den Antrag auf Liquiditätssicherung?


    Den Antrag kann nur ein Steuerberater (inklusive Steuerbevollmächtigten), Wirtschaftsprüfer oder vereidigter Buchprüfer, der sich zunächst im Antragsportal registrieren muss, im Auftrag eines Mandanten übermitteln.

  9. Muss zur Antragstellung zwingend ein Steuerberater, Wirtschaftsprüfer, oder vereidigter Buchprüfer (prüfender Dritter) eingebunden werden?

    Ja, die Antragstellung kann ausschließlich von einem vom Antragsteller beauftragten Steuerberater, Wirtschaftsprüfer oder vereidigten Buchprüfer durchgeführt werden, der sein Einverständnis erklären muss, dass die jeweils zuständige Vertragspartner seine/ihre Eintragung im Berufsregister der zuständigen Steuerberaterkammer oder Rechtsanwaltskammer bzw. der Wirtschaftsprüferkammer nachprüfen darf. 

    Der Antrag ist zwingend durch den Steuerberater im Namen des Antragstellers einzureichen. Eine Antragstellung ohne prüfenden Dritten ist nicht möglich.

  10. Kann nur die Liquiditätssicherung beantragt werden, ohne sich zu verpflichten Digitalisierung-, Nachhaltigkeitsmaßnahmen sowie Schulungs-, Fort- und Weiterbildungsmaßnahen des Personals durchzuführen?

    Nein.
     

  11. Besteht ein Rechtsanspruch auf Liquiditätssicherung?



    Nein. Die Liquiditätssicherung ist ein Teil von PLAN2021.eu und dem angewendeten Finanzierungsinstrument, welches klare Vorgaben voraussetzt. Stellt das Risikomanagement der einzelnen Investoren bzw. Investmentspool-Emittenten fest, dass diese nicht erfüllt werden, so wird kein Angebot unterbreitet.

  12. Muss ein Gewerbeschein vorliegen?

    Ja, ausgenommen die Freien Berufe. Diese sind antragsberechtigt, sofern sie diese als Haupterwerb ausgeübt werden.

  13. Sind Unternehmen antragsberechtigt, obwohl sie andere Corona-Hilfen nicht beantragt haben?

    Ja.
     
  14. Müssen vor Beantragung der Liquiditätssicherung bereits andere Hilfsmaßnahmen in Anspruch genommen bzw. ausgeschöpft worden sein?

    Nein.
     
  15. Müssen liquide betriebliche Mittel oder private Rücklagen vor Antragstellung aufgebraucht werden?

    Nein.
     
  16. Wann muss die Liquiditätssicherung zurückgezahlt werden? Die Liquiditätssicherung muss gemäß dem mit den Investoren vertraglich vereinbartem Rückzahlungsplan zurückgezahlt werden, wahlweise 10, 15 oder 20 Jahren, beginnend ab dem 01.01.2023.

  17. Muss vor Antragstellung eine Registrierung erfolgen?


    Ja.

  18. Auf der Grundlage welcher Unterlagen hat der Steuerberater seine Beurteilung vorzunehmen?

    Der Steuerberater berücksichtigt im Rahmen der Antragstellung insbesondere die folgenden Unterlagen:
    1. Umsatzsteuervoranmeldungen und laufende Buchhaltung des Jahres 2020
    2. Jahresabschlüsse 2017, 2018 und 2019,
    3. Einkommens- bzw. Körperschaftsteuererklärungen 2017, 2018 und 2019

  19. Bis wann können Anträge gestellt werden?

    Bis zum 30.06.2021
     
  20. Ab wann können Antrage gestellt werden?

    Die Anträge für die Liquiditätssicherung können ab 01.04.2021 gestellt werden.
     
  21. Wie läuft der Antragsprozess ab?

    Der Prozess ist 4-stufig:

    1.  Stufe: Eingabe der Daten – Dritte prüfende Person NICHT notwendig
    Eingabe der Daten für die Jahre 2017, 2018, 2019, sowie 2020 über die Website: www.plan2021.eu Es werden direkt die Eckdaten zum möglichen Umfang der Liquiditätssicherung, möglichen Investments in die Digitalisierung und Nachhaltigkeit angezeigt.  
    2.  Stufe: Bewerbung – Dritte prüfende Person NICHT notwendig Angezeigte Eckdaten akzeptieren, weitere benötigte Angaben [zu angewendeten Anwendungen, zum Unternehmen, zur eigenen Person und Position in Unternehmen] tätigen und absenden! Auf Antwort der Auswertung und eventuelle Einladung zu Antragstellung warten!
    3.  Stufe: Antragstellung – Dritte prüfende Person NOTWENDIG und vorausgesetzt Mit der Einladung zur Antragstellung, kommen auch die notwendigen Freigabedaten für dritte prüfende Person, welche den Antrag stellen kann. Nach erfolgreicher Authentifizierung können Daten eingegeben werden.  
    4.  Stufe: Vertragsabschluss Nachdem die, durch dritte prüfende Person eigegebenen Daten positiv ausgewertet worden sind, wird ein verbindliches Angebot unterbreitet.

    Angebot besteht aus drei Teilen.
    Teil I.   Beinhaltet bereits alle Vertragsdetails wie Laufzeit, Zinsen, Tilgung, Sondertilgungsmöglichkeit.
    Teil II.  Beinhaltet das Angebot für die Digitalisierung, d.h. Dienstleitung der Digitalen Transformation inkl. den Schulungsmaßnahmen der Mitarbeitenden Personen
    Teil III. Beinhaltet das Angebot für die Nachhaltigkeit, d.h. Dienstleitung der Maßnahmen im Bereich Steigerung der Energieeffizienz und Reduktion von Energieverbrauch und CO2-Ausstoß inkl. den Schulungsmaßnahmen

    Werden die drei unterbreiteten Angebote angenommen und mit einer Unterschrift bestätigt, so gilt der Vertrag als abgeschossen.